Die Geschichte hinter „Cut“
Manchmal entstehen Kunstwerke nicht durch Planung, sondern durch kleine – oder große – Unfälle.
Als ich „Cut“ auspackte, schnitt ich beim Öffnen des Kartons versehentlich zweimal in die Leinwand. Eine Leinwand in der Größe 180 x 200 cm. Mein Entsetzen war groß – und der Schaden ging natürlich auf meine Kappe.
Anstatt das Werk zu entsorgen, reparierte ich es provisorisch mit selbstklebender Leinentuch. Von da an diente es mir als „Probeleinwand“ – ein Ort zum Testen von Motiven und Farbkombinationen, bevor ich sie auf die eigentlichen Arbeiten übertrug.
Jahre später, besonders während der Corona-Zeit, fiel mein Blick immer wieder auf diese zerschnittene Leinwand, die längst fester Bestandteil meines Ateliers geworden war. Irgendwann spürte ich den Drang, daraus ein eigenständiges Kunstwerk zu machen – mit all seinen Narben, Brüchen und Übermalungen.
Die reparierten Stellen platzten immer wieder auf und ich habe sie dann mit Ölfarbe geklebt 🫣, Ob das jahrelang hält, weiß ich nicht. Jedenfalls wird das Bild nicht weiter verändert.
Verkaufen kann ich „Cut“ nicht, doch auf der Kunstmesse in Osnabrück sorgte es für großes Aufsehen. Viele Besucher:innen sagten, „Das ganze Leben ist darin zu sehen.“
Vielleicht liegt genau darin seine wahre Schönheit.

